Südafrika – Western Cape

Im März 2018 folgte ich der Einladung einer Freundin, ihre Hochzeit in der Nähe von Kapstadt in Südafrika zu feiern. Das nahm ich zum Anlass eine kleine Reise daraus zu machen. Kennt ihr Polarsteps (siehe Bildausschnitt oben)? Das ist eine sehr coole Seite, auf der man seine Reiserouten interaktiv visualisieren kann.

Ich reiste zunächst ca. eine Woche alleine, bis ich auf Freunde traf, die auch zu der Hochzeit gingen. Der Ort der Hochzeit – ein Weingut namens Babylonstoren – ist ein sehr, sehr inspirierender Ort für Garten- und Landleben Freunde.

Reisen in Südafrika alleine als Frau – fand ich easy

Tagsüber habe ich mich immer absolut sicher gefühlt und Abends oder Nachts war ich außer auf der Hochzeit nicht unterwegs. Davon wird im Allgemeinen sowieso abgeraten. Die Schere dort zwischen arm und reich ist heftig und in Kapstadt selbst muss man schon achtsam sein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es am Besten ist, mit aufrechten Gang, selbstbewusst und freundlich, also lächelnd durch die Gegend zu marschieren. So ist mir auf der ganzen Welt, alleine als Frau reisend, noch nichts erwähnenswertes passiert.

Wanderung auf den Tafelberg über Kirstenbosch Botanischer Garten

Es gibt verschiedene Wege, um auf den berühmten und etwas skurill anmutenden Tafelberg zu wandern. Ich wollte eh gerne zum Botanischen Garten und von dort gelangt man über den Devil´s Peak, einem Gipfel des Tafelsberg, zu dem eigentlichen Plateau. Die Wanderung hat es in sich, also ausreichend Wasser und vernünftige Wanderschuhe oder Turnschuhe tragen. Ich kam leider nur bis zum Devil´s Peak, weil es richtig stürmisch war und das ganze Plateau des Tafelbergs gesperrt war. Den Weg runter wollte ich nämlich mit der Seilbahn fahren, die allerdings auch nicht fuhr aufgrund der Sturmböen. Aber die Wanderung zum Devil´s Peak war auch sehr aufregend, weiter oben gibt es wilde Wanderwege, dann kommt plötzlich feinster weißer Sand.  Der Weg führt zu einen Wasserdamm auf über 1000 m Höhe mit atemberaubender Natur. Das sah schon fast surreal aus. Sogar eine wilde Protea hab ich entdeckt, die Nationalpflanze Südafrikas!

Am besten im Leihwagen unterwegs

Das Western Cape hat mich vor allem durch das wahnsinns Panorama, Landschaft und Natur beeindruckt! In Kapstadt und auf dem Rest der Route hatte ich überall einen irren Blick auf die Berge. Dazu kommt ein sehr besonderes Licht, die Atmosphäre ist  einzigartig. Es lohnt sich ein Auto zu mieten, damit man das Land individuell bereisen kann. Ich habe frühzeitig ein Auto über den ADAC als Mitglied gemietet und ein Schnäppchen gelandet. Erst hatte ich nach der Reise einen ungeklärten, zusätzlichen Betrag auf meiner Kreditkarte. Auf Nachfrage über den ADAC hat sich das Thema aber schnell gelöst und ich habe das Geld zurückbekommen.

Ohne Leihwagen ist Uber eine super Alternative in Kapstdt

In der Region Western Cape und Kapstadt kann man sich auch sehr gut mit der Taxi-Alternative Uber fortbewegen. Das erste mal habe ich Uber in Sri Lanka in Colombo ausprobiert und war sofort begeistert. Es ist sicher, einfach und günstig. Sehr empfehlenswert. Uber habe ich genutzt als ich zum Kirstenbosch Botanischen Garten gefahren bin, weil ich ja einen anderen Weg zurück nehmen wollte. Der Fahrer war richtig lustig – hat Spaß gemacht!

Chapman´s Peak Drive

 Gordon´s Bay in Richtung Betty´s Bay – wahnsinns Panorama

Ich möchte euch zwei Auto-Routen vorstellen, die ich besonders beeindruckend fand:

  1. Chapman’s Peak Drive Die wohl mit spannendsten zehn Kilometer Südafrikas sind hier in sieben Jahren Arbeit in den Fels gehauen, die Küstenstraße Chapman’s Peak Drive. Die Aussicht reicht von der Kaphalbinsel bis nach Kapstadt und ist umwerfend!
  2. Von Gordon´s Bay nach Betty´s Bay befindet sich auf der R44 eine beeindruckende Wal-Beobachtungs-Straße. Es war keine Wal-Beobachtungs-Saison als ich da war, allerdings ist die Strecke vor allem bei Sonnenuntergang mit einer fantastischen Aussicht ausgestattet.

Hermanus Grotto Beach – perfekt für Beach Bum´s

Südafrika oder gar MilliBloom ohne Strand – gibt´s doch gar nicht!

Grotto Beach in Hermanus Südafrika

Ich habe mir etwas Sonnenauszeit gegönnt. Hermanus ist ein hübscher Strandort und am Grotto Beach kann man unendlich lange spazieren gehen, wenn einem das Sonnenbaden zu langweilig wird. Es gibt dort auch ein sehr schönes Beach Restaurant: Das Dutchies kann ich sehr empfehlen. Es gibt in Südafrika wohl nicht so viele Strandbars oder Restaurants, somit ist das Dutchies wirklich etwas Besonderes.

Von Franschhoek nach Stellenbosch

Von Grabouw aus habe ich eine Tagestour über Franschhoek nach Stellenbosch unternommen. Auch hier wieder mega beeindruckende Ausblicke, ich konnte gar nicht genug davon bekommen! Franschhoek ist sehr hübsch hergerichtet. Dort kann man sehr nett flanieren, schicke Sounvenirs shoppen und gut essen gehen. Einen kurzen Besuch ist es allemal wert. Auf dem Weg von Franschhoek nach Stellenbosch kommt man an zahlreichen Weingütern vorbei, die für sich schon eine Attraktion sind. Ich habe mich in einen wunderschönen Ort verliebt, auf der Suche nach einem ruhigen und sonnigen Ort, um etwas zu entspannen und in der Sonne zu liegen. Auf gut Glück fuhr ich auf ein kleines, sehr schickes Weingut, wo lustigerweise niemand da. Auch an der Rezeption nicht und auch keine anderen Gäste. Irgendwann lief mir jemand über den Weg, der mich mit Tee versorgte. Somit hatte ich den ganzen Garten für mich allein und machte es mir auf weißen, gemütlichen Sonnenbetten bequem. Der Ort heisst Le Manoir de Brendel und ist ein 5-Sterne-Hotel. Welch ein Glück ich hatte, diesen schicken Ort für ein paar Stunden für mich alleine zu haben.

Blick in Richtung Franschoek

Stellenbosch ist klein, aber sehr fein und belebt. Man merkt sofort, dass es eine Studentenstadt ist, denn dort ist richtig was los. Es gibt zahlreiche Restaurants, fancy Eisläden, coole Geschäfte und man kann dort sehr schön draußen in der Sonne sitzen.

Stellenbosch

Garten Eden Babylonstoren

Wow, wow, wow. Da haben Sie sich aber einen Ort zum heiraten ausgesucht! Babylonstoren ist eine Farm, die sich weitestgehend selbstversorgt. Egal wohin ich kam und was ich sah, es war einfach alles wunderschön. Sehr elegant, aber trotzdem bodenständig – genauso wie ich es am liebsten mag.

Zu der Farm gehört ein kleines Hotel, ein Restaurant, ein Café, sowie man Babylonstoren für Veranstaltungen wie die Hochzeit meiner Freunde mieten kann. Am allermeisten habe ich mich auf den riesigen Küchengarten gefreut. Es gibt dort alles was das Gärtnerherz begehrt, vielfältiges Gemüse, Obst und Kräuter. Bienen haben sie eigene und Honig, natürlich stellen sie Marmelade her, außerdem gibt es eine Käserei und eine Fleischerei. Am großartigsten finde ich die Hühner, frei auf dem ganzen Gelände herumlaufend und auf der Weide stehen süße Esel, lustig mit den langen Ohren wackelnd. Die Decke des zum Festsaal umfunktionierten alten Stalles war ausgeschmückt mit unzähligen Lavendelbündeln, der Himmel war blau, die alten herrlichen Eichen wogen sich sanft im Wind. Hach ja, es war wirklich fein.

Wunderschönes Babylonstoren <3


Ein besonders schönes Bienenhotel und tolle Gartenwege in Babylonstoren

Übernachtet haben wir auf der ums Eck gelegenen Croc Farm. Es ist ein traumhaftes Anwesen, die Gästehäuser sind sehr schick und haben alle eine Veranda mit fantastischen Ausblick auf einen kleinen See, einen schönen Garten und immer wieder die Berge. Einen kleinen Pool gibt es auch, wir haben dort sehr entspannt in der Sonne gefaulenzt. Die Unterkunft ist im Gegensatz zum etwas sehr viel teureren Babylonstoren auch gut bezahlbar und trotzdem ganz nah dran. Wer mag kann sich auch faul in der Sonne rumliegende Krokodile anschauen gehen. Man kann es aber auch bleiben lassen und bekäme ansonsten nichts davon mit, dass da hinter einer wild bewachsenen Mauer Krokodile leben.

Die Unterkünfte Manoir de Brendel, Babylonstoren, die Croq Farm oder Unterkünfte in Kapstadt kann man komfortabel bei Booking.com buchen.

Blick von der Frühstücksterasse der Croc Farm

Wasserknappheit in Kapstadt

Ein paar Wörter möchte ich noch zur Wasserknappheit in Kapstadt erwähnen. Generell herrschte in Südafrika oder speziell Kapstadt keine so starke  Dürre, wie es in den Medien berichtet wird. Fast wäre ich nicht geflogen, weil ich das Land nicht noch mehr belasten wollte. Das Problem ist wohl sehr politisch und auf Kapstadt bezogen, weil die Wasserplanung für  den Zuwachs der Stadt nicht weitreichend genug gemacht wurde. Ich habe den Hauptdamm für Kapstadt gesehen, der tatsächlich sehr leer war. Wiederum habe ich auf der Wanderung zum Table Mountain in Kapstadt mehrere volle Dämme gesehen. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo zwischen schlechten Wassermanagement und wenig Regen. Wobei es auch ein paar mal geregnet hat, als ich da war. Ich bin sehr froh, dass ich trotzdem dorthin gereist bin und mir einen eigenen Eindruck verschafft habe. Ich habe mich aber auch strikt an die kurze Duschzeit gehalten (90 Sekunden) und weitere Vorgaben, wie nur Spülen, wenn es wirklich nötig ist nach dem Prinip “Is it yellow, let it mellow – is it brown, flush it down”. Es war schon mal eine Erfahrung wert, dass eine Ressource nicht unendlich vorhanden war. Zurück in Berlin habe ich erst mal eine ausgiebige Dusche genossen…

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